Nach dem Go-live setzen viele Marketing-Teams einen Haken – doch SEO endet hier nicht. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit: Konvertiert die Seite? Sind die Inhalte aktuell? Läuft die Technik? „SEO-Maintenance funktioniert nur, wenn man sie ganzheitlich denkt“, weiß Ayla Grzegowski. Sie erklärt, mit welchen Prozessen und Tools sie und das Marketingteam von awork im Alltag arbeiten – und mit welchen Hebeln Du Deine eigene Website-Maintenance gezielt verbessern kannst.
Ayla, seit wann bist Du für den Content auf awork.com verantwortlich
Seit September 2023 bin ich jetzt bei awork, ich feiere jetzt sozusagen gerade mein zweijähriges Jubiläum. Damals bin ich als SEO-Strategist gestartet, eine Mischung aus SEO und Content-Strategie. Das war auch der Moment, in dem wir angefangen haben, SEO ernsthaft als Kanal aufzubauen.
Vorher hat sich bei awork niemand explizit mit organischem Wachstum beschäftigt. Mittlerweile bin ich Team Lead Content & SEO und verantworte den organischen Teil unseres Marketings – also Content, SEO und alles, was dazugehört.
Welche Rolle spielt SEO bei euch im Vergleich zu Paid und Social?
SEO hat bei uns in den letzten zwei Jahren einen deutlich größeren Stellenwert bekommen. Wir haben ein extrem starkes Paid-Team, das wirklich sauber aufgesetzt ist – das funktioniert super. Gleichzeitig wollten wir uns unabhängiger von einzelnen Kanälen machen und stärker als Brand sichtbar werden.
Darum haben wir gesagt: Lass uns auch organisch sichtbarer werden – nicht nur über Suchbegriffe wie Projektmanagement-Tool, sondern auch als Brand. Uns geht es darum, dort sichtbar zu sein, wo unsere Zielgruppe ist. Und das funktioniert nur, wenn wir über alle Kanäle hinweg mit konsistenten Botschaften auftreten.
Im Marketingteam arbeiten wir deshalb sehr eng zusammen – Paid, Organic, Product – um Themen Hand in Hand nach vorne zu bringen. Denn am Ende braucht es einfach gute Kommunikation, egal ob für Ads oder SEO. Beide Bereiche sollen stark sein und sich gegenseitig unterstützen.
„Denn am Ende braucht es einfach gute Kommunikation, egal ob für Ads oder SEO.”

Was versteht awork unter SEO-Maintenance?
Für uns ist SEO-Maintenance ein Zusammenspiel aus Monitoring, Reporting und Contentpflege: Wir prüfen, wie gut eine Seite für uns arbeitet – und schärfen sie gezielt nach. Bringt sie Leads, ist der Content aktuell, einzigartig und maximal hilfreich? Falls nein, überarbeiten wir die Seiten entsprechend.
Wie verankert ihr SEO-Maintenance im Marketing-Alltag – habt ihr dafür einen festen Prozess oder läuft es als Teil der Content-Routine?
Wir sind ja ein relativ junges Unternehmen, bei uns ändert sich ständig irgendwas. Einen starren Plan nach dem Motto „Jeden Monat müssen wir X Seiten updaten“ gibt es deshalb nicht. Stattdessen schauen wir situativ, was gerade ansteht.
Zum Beispiel haben wir rund 15 Evergreen-Artikel, die bei uns im Mittelpunkt stehen. Wenn dann ein neues Produktfeature gelauncht wird, integrieren wir es direkt in genau diesen relevanten Seiten. Das kriegen wir ziemlich gut im Flow umgesetzt.
Parallel schauen wir immer: Wo gibt es neue Potenziale, um als Brand sichtbarer zu werden? Früher habe ich viel zu viel an Kleinigkeiten optimiert – so dieses klassische ‚noch mal die H1 oder H3 umtexen‘. Doch das ist in der SEO-Maintenance selten der Hebel, wenn die SEO-Basics einmal sauber stehen.
Für mich bedeutet Maintenance in Bezug auf SEO-Content nicht mehr, „noch krasser optimieren“, sondern vielmehr zu prüfen:
- Ist das Thema noch relevant?
- Ist der Inhalt aktuell?
- Sind Features und Jahreszahlen auf dem neuesten Stand?
- Passen interne und externe Verlinkungen?
Und natürlich: Was sagen unsere Reportings? Wenn eine wichtige Seite sta
Nach welchen Kriterien entscheidet ihr, welche Inhalte ein Update brauchen?
Tatsächlich entscheiden wir das komplett datenbasiert: Wir schauen in die Tools, in die Reportings: Was performt gut, was weniger? Dabei geht es uns nicht nur um klassische SEO-KPIs wie Rankings oder Sichtbarkeit, sondern vor allem um unsere SaaS-KPIs. Also: Welche Seite bringt wirklich Leads für unser Sales-Team? Das ist am Ende das, womit wir unser Geld verdienen
Manchmal tut es weh, wenn man merkt: Ein Keyword rankt super, bringt aber keine Conversions. Dann muss man ehrlich sagen – das bringt uns nichts. Gerade als kleines Team müssen wir stark priorisieren.
Aus meiner Sicht gibt es zwei Ansatzpunkte:
- Seiten, die stark konvertieren, allerdings zu wenig Traffic haben – hier schaffen wir über SEO-Optimierung mehr Reichweite.
- Seiten mit viel Traffic, die nicht konvertieren – hier überarbeiten wir die Conversion-Elemente: zusätzliche Call-to-Action-Elemente, klarere Struktur, stärkere Argumente.
Wichtig ist immer, sich ehrlich zu fragen: Mit welcher Suchintention kommen die Nutzer:innen? Wenn jemand nach einer Vorlage sucht, will die Person eine Vorlage – Punkt. Dann braucht es keinen langen Artikel darüber, was ein Projektplan überhaupt ist.
Das ist so ein bisschen das Marketingding: Wir denken immer, unser Content ist total logisch formuliert. Für Außenstehende ist das nicht immer so eindeutig. Ein kurzer Schritt zurück hilft mir oft enorm, um Unklarheiten zu erkennen.
Gerade bei Call-to-Actions dürfen wir echt mutiger sein. Direkt sagen, warum unsere Lösung gut ist – und die Nutzer:innen dazu einladen, sie auszuprobieren. Das ist nichts Unsympathisches, im Gegenteil. Wir sind oft viel zu schüchtern.
Welche SEO-Maintenance-Maßnahmen stehen bei euch regelmäßig an?
Bei uns hängt SEO-Maintenance immer davon ab, was im Unternehmen gerade passiert. Im größeren Team arbeiten wir nach Quartalsplänen. Wir haben viermal im Jahr eine große Planung, in der wir unsere Quartalsprojekte festlegen. Dort fließen SEO-Maintenance-Themen automatisch mit ein.
In diesen Runden schauen alle gemeinsam drauf – Paid, Brand, Design, Content – und entscheiden, welche Themen wir angehen. Ich gehe da nicht rein mit dem Ziel: „Ich möchte einen bestimmten Blogartikel optimieren“, sondern wir besprechen, welche Themen Potenzial haben. Zum Beispiel: Zwei Artikel konvertieren sehr gut, haben allerdings zu wenig Traffic – dann priorisieren wir genau diese Seiten.
SEO-Maintenance passiert strategisch im Quartal und natürlich zusätzlich auch „on the fly“, wenn zwischendurch Zeit ist. Immer wenn Kapazität frei ist, schauen wir, was wir verbessern oder aktualisieren können.
„Maintenance geht im Tagesgeschäft total schnell unter. Wenn Du keine festen Reminder hast, passiert es einfach nicht – egal, wie motiviert Du bist.“
Wir hatten auch schon Quartale, in denen wir das Ziel gesetzt haben: aufräumen. Dann wurden Kampagnen umstrukturiert, das Design überarbeitet – und wir haben parallel unsere Inhalte aktualisiert.

Dazu kommen tägliche Checks. Sobald ich morgens den Laptop aufklappe, schaue ich einmal in Sistrix, um zu sehen, wie sich unser Sichtbarkeitsindex entwickelt. Danach geht’s in die Google Search Console und Metabase, zum Blick auf die SaaS-KPIs. Das dauert nur ein paar Minuten und zeigt sofort: Passt die Sichtbarkeit? Läuft die Indexierung sauber? Wie sehen die Organic-Leads vom Vortag aus?
Wenn mir im Crawler etwas auffällt – 404-Fehler, Indexierungsprobleme, fehlerhafte Weiterleitungen – dann behebe ich das sofort. Solche Dinge verschiebe ich nicht, weil sie direkten Einfluss auf die Performance haben.
Unsere SEO-Maintenance ist also eine Mischung aus täglichem Monitoring, spontanen Optimierungen und strategischer Planung.
Habt ihr eine Art SEO-Maintenance-Checkliste, nach der ihr Inhalte aktualisiert?
Ja, wir haben eine Guideline, der wir immer folgen. Am Ende läuft es immer auf folgende vier Fragen hinaus:
- Passt der Suchintent?
- Ist das Thema relevant?
- Haben wir etwas Einzigartiges zu sagen – inhaltlich oder formal?
- Und erfüllt die Seite ihren Job?
Konkret sieht das so aus: Bevor wir überhaupt an den Text gehen, klären wir zuerst die Content-W-Fragen:
- Was wollen wir mit diesem Content erreichen?
- Wen sprechen wir an?
- Und welche Handlung wünschen wir uns am Ende?
Mit GEO ist noch etwas dazugekommen: Haben wir wirklich etwas Einzigartiges zu sagen? Wenn nicht, müssen wir überlegen, welchen Mehrwert wir stattdessen liefern – sei es eine andere Perspektive oder eine hilfreiche Aufbereitung.
Dann klären wir, wo der Inhalt überhaupt leben soll. Wir haben ja verschiedene Bereiche – Produktseiten, Blog, Templates, Hubs. Viele packen alles einfach in Blogposts. Für uns gehört zur Maintenance auch, zu überlegen: Wo passt der Inhalt strategisch hin? Wo ergänzt er andere Inhalte? Wie verlinken wir sinnvoll?
Wenn wir im Update-Prozess sind, prüfen wir die klassischen Basics: Struktur, Überschriften, Metadaten, interne und externe Verlinkungen, Schema-Markup wie FAQs. Damit machen wir es Google und den Nutzer:innen leichter.
Und zuletzt schauen wir: Können wir das Ganze noch anreichern oder weiterentwickeln? Ein Video, eine Infografik, ein Rechner, Downloads – solche Formate bieten echten Mehrwert und können bestehenden Content neu erlebbar machen.
Hattest Du in den letzten Jahren einen „Aha-Moment“, der Dir gezeigt hat, wie wichtig laufende SEO-Maintenance ist?
Ja, absolut. Mein größter Aha-Moment war tatsächlich bei einem unserer All-Hands-on-Deck-Days. Da arbeitet das komplette Marketingteam einen ganzen Tag lang gemeinsam an einem Thema – wirklich alle: Paid, Video, Design, Content. Ich hatte damals einen Blogartikel, der schon ganz gut lief, aber ich wusste: Da geht noch was.
Wir haben den Artikel an diesem Tag komplett überarbeitet: interne Verlinkungen ergänzt, Content geschärft, ein Video produziert und direkt eingebunden. Abends ging alles live – und das Verrückte war: Nach einer Woche war das Video schon auf Seite 1 sichtbar. Da hab ich gemerkt, was passiert, wenn man Updates strategisch angeht und wirklich im Team durchzieht.
„Ich habe früher viel optimiert um des Optimierens willen. Aber nur die H1 ein bisschen umzuschreiben ist nicht der Hebel, der uns weiterbringt. Wenn ich optimiere, dann richtig – mit klarem Ziel und klarem Outcome.“
Der zweite Aha-Moment waren FAQs. Ich hab die früher total unterschätzt. Seit Webflow dieses Insights-Feature hat, sehe ich genau, wohin Leute klicken – und selbst bei richtig langen Seiten scrollen super viele direkt runter zu den FAQs. Das war für mich so ein „Moment mal…“.
Seitdem haben wir uns eine eigene FAQ-Library gebaut, mit klaren, einheitlichen Formulierungen. Diese Sektionen zahlen nicht nur extrem auf SEO ein, sondern funktionieren auch richtig gut für GEO, weil die KI dort klare, eindeutige Antworten findet.
Beides hat mir gezeigt: Maintenance ist kein „mal kurz was ausbessern“, sondern ein echter Hebel, wenn man’s bewusst und sauber angeht.
Mit welchen KPIs messt ihr den Erfolg eurer SEO-Maintenance?
Für uns sind nicht die klassischen SEO-Kennzahlen am wichtigsten, sondern unsere SaaS-KPIs. Also: Welche Seiten bringen wirklich Leads, die beim Sales-Team ankommen? Das ist für uns der zentrale Maßstab. Rankings oder Sichtbarkeit schauen wir uns natürlich trotzdem an. Doch wenn eine Seite super rankt und nicht konvertiert, bringt uns das im Zweifel gar nichts.
In Google Analytics haben wir ein eigenes Funnel-Setup, über das wir genau sehen, wie Nutzerinnen und Nutzer auf unsere Seite kommen, über welche Kanäle sie einsteigen, wie sie sich verhalten und ob sie konvertieren oder abspringen. Das ist unsere zentrale Basis, um SEO-Impact messbar zu machen.
Wir arbeiten nicht klassisch mit A/B-Tests, sondern eher nach dem Prinzip „Best Guess – danach messen“. Das heißt: Wenn eine Seite nicht performt, analysieren wir, was wir ändern wollen, nehmen alle Anpassungen auf einmal vor und messen dann, was passiert. Im B2B-Bereich hätten wir sonst meist zu wenig Traffic für saubere A/B-Tests.
Ich schaue mir die Performance im Vier-Wochen-Rhythmus an. Da sieht man sowohl, wie Bots reagieren, als auch, ob sich das Nutzerverhalten ändert. Nach acht Wochen folgt oft ein zweiter Check.
„Ich finde, das ist so ein Klassiker: Man macht ein Monitoring und schaut sich die Zahlen an – aber man macht dann nichts damit. Zahlen ohne Konsequenzen bringen halt gar nichts.“
Wenn eine Maßnahme gut performt, wird sie zur Blaupause für ähnliche Seiten. So übertragen wir Erkenntnisse und schaffen Konsistenz.
Damit ich nichts vergesse, habe ich alles in awork automatisiert. Für jede Optimierung lege ich eine Aufgabe an, dokumentiere die Ausgangs-KPIs und setze den Status auf „live“. Automatisch kommt ein Reminder nach vier Wochen – mein SEO-Impact-Check.
Am Reminder-Tag öffne ich dann die Aufgabe, vergleiche die neuen Zahlen und trage die Ergebnisse ein. Wenn noch kein klares Bild erkennbar ist, setze ich einen neuen Reminder nach weiteren vier Wochen.
In meiner Impact-Check-Liste laufen so alle Optimierungen zentral zusammen. Dort halte ich auch fest, wenn neue Inhalte live gehen oder Google ein größeres Update ausrollt – damit klar ist, welche Faktoren eine Rolle gespielt haben.
Mit welchen Tools arbeitet ihr in der SEO-Maintenance?
Grundsätzlich finde ich: Man muss im SEO sehr bewusst auswählen. Es gibt unzählige Tools und man kann sich schnell verzetteln. Wir arbeiten lieber mit wenigen Tools, die wirklich in unseren Workflow passen.
Unser CMS ist Webflow. Es hat eine Insights-Funktion, die zeigt, wie viele Nutzerinnen mit Call-to-Actions interagieren. Das ist direkt im System sichtbar und sehr hilfreich.
Für Monitoring und Reporting nutze ich Sistrix – ich bin ein Fan seit Tag eins. Dazu kommen Google Search Console und Google Analytics für Onpage-Daten und Traffic-Ströme.
Für technische Checks verwenden wir Screaming Frog, um Statuscodes, Strukturen und Fehler im Blick zu behalten. Und alle SaaS-bezogenen KPIs sehen wir im Tool Metabase. Dort erkennen wir genau, wie viele Leads aus Organic an Sales übergeben wurden.
Natürlich nutze ich auch awork. Darin organisiere ich alle Maintenance-Tasks, dokumentiere die KPIs vor und nach Optimierungen und bekomme automatisch meine Impact-Reminder, damit wir keine Aufgaben vergessen.
Zusätzlich arbeiten wir für GEO seit einiger Zeit mir peec.ai. Das Tool liefert uns schnell einen Überblick, bei welchen Prompts awork erwähnt oder zitiert wird und welche Seiten besonders prominent sind. Für unsere aktuellen Zwecke ist das ideal.
Welche Rolle spielt KI aktuell bei eurer SEO-Arbeit – unterstützt sie euch beim Monitoring oder Update von Inhalten?
Na klar. Überraschung: Als Tool-Company mögen wir Tools. KI ist bei uns mittlerweile überall im Arbeitsalltag integriert. Ich glaube, es gibt kaum jemanden im Team, der sie nicht in irgendeiner Form nutzt.
Im Content-Team nutzen wir die KI eher als Sparringspartner: Wir überlegen zuerst, was wir sagen möchten, geben das der KI als Input und lassen uns helfen, die Struktur zu schärfen oder uns selbst zu challengen.
Beim Überarbeiten von Content lassen wir sie zum Beispiel prüfen, ob ein Text alle relevanten Fragen beantwortet oder welche Aspekte man noch ergänzen könnte. Das hilft uns, Lücken zu erkennen, ohne die inhaltliche Verantwortung abzugeben.
Ein spannendes Projekt ist auch unsere eigene interne KI, die wir gerade trainieren. Sie kennt unsere Brand- und Produktkernbotschaften und hilft, die Tonalität konsistent zu halten – egal, wer im Team gerade schreibt. Gerade bei der SEO-Mainenance ist das super praktisch:. Die KI passt bestimmte Wordings aus veralteten Texten automatisch neu an und prüft, ob unsere aktuellen Aussagen korrekt darin vorkommen.
Langfristig soll sie auch erkennen, ob neue Produkt-Features bereits in allen relevanten Inhalten auftauchen. Das ist gerade ein Riesenthema für uns, weil es unglaublich aufwendig ist, ein neues Feature über alle Kanäle hinweg auszurollen.
Im Bereich Monitoring und Reporting sind wir noch nicht ganz so weit. Unser Paid-Team arbeitet bereits intensiv mit KI-Automatisierungen. Sie haben Prozesse gebaut, die Reports direkt aus den Tools ziehen und zusammenführen.
Bei uns im SEO ist das aktuell noch ein manueller Schritt – ich mache meine Monatsauswertungen per Hand, um nah an den Daten zu bleiben. Aber ich stehe schon auf der Warteliste bei unserem Automatisierungsexperten. Ziel ist, dass ich irgendwann einfach sagen kann: „Gib mir meinen SEO-Monatsreport“, und das System zieht sich alles automatisch zusammen.
Gibt es Themen, die ihr bewusst nicht von KI anfassen lasst?
Nein, also was reine Maintenance-Themen angeht, tatsächlich nicht. Aber natürlich gibt es Bereiche, wo wir ganz klar sagen: Da soll die KI nichts machen.
Alles, was Kund:innen oder Expert:innen gesagt haben, bleibt so, wie es ist – nicht, dass die KI das noch „verschönert“, weil sie denkt, das klingt doch so besser. Hier geht es um Nuancen und das lassen wir nur von Menschen bearbeiten.
Wie verändert die KI-Suche beziehungsweise GEO eure Strategie in puncto Content-Pflege?
Die KI-Suche verändert für uns gerade ziemlich viel. Früher hat’s gereicht, wenn unsere eigenen Seiten sauber und aktuell waren. Heute funktioniert das so nicht mehr, weil GEO ja nicht nur unsere Website liest, sondern alles, was über uns im Netz steht. Und wenn irgendwo veraltete Infos rumschwirren, erzählt die KI die halt später weiter.
Deshalb ist Digital PR für uns viel wichtiger geworden. Wir schauen aktiv: Wo werden wir erwähnt? Stimmt das Messaging noch? Sind Features und Positionierung korrekt? Das ist im Prinzip klassische Offpage-Arbeit – nur mit einem neuen Anspruch. Es geht nicht darum, Backlinks einzusammeln, sondern dafür zu sorgen, dass die KI über alle Kanäle hinweg konsistente Signale bekommt.
Content-Pflege endet nicht mehr an der eigenen Domain. GEO zwingt uns, Offpage mindestens genauso ernst zu nehmen wie Onpage.
„Content-Pflege hört nicht bei der eigenen Website auf. GEO zieht sich Trainingsdaten überall – und wenn irgendwo falsche oder veraltete Infos über unser Produkt stehen, erzählt die KI sie einfach weiter.“
Glaubst du, dass SEO-Maintenance künftig noch stärker mit UX- und Conversion-Optimierung verschmilzt?
Ja, total. Ich glaube, SEO und UX lassen sich überhaupt nicht mehr trennen. Viele SEOs denken immer noch: Wir holen den Traffic rein und was danach passiert, ist „Aufgabe von jemand anderem“. Das ist so ein typischer Marketing-Fehler. Und GEO macht diesen ganzheitlichen Blick noch wichtiger.
Wir sprechen intern super viel darüber, wie wir die Nutzerführung verbessern können, welche CTAs funktionieren, wo ein Calculator oder ein interaktives Element besser wäre als noch mehr Text. SEO-Texte allein funktionieren einfach nicht mehr. Menschen müssen Lust bekommen, den Content überhaupt zu konsumieren – gerade jetzt, wo sich Suchverhalten und SERPs so stark verändern.
Für gute SEO-Maintenance braucht man immer jemanden, der den Content mit der UX-Brille anpasst.
„SEO-Maintenance funktioniert heute nur noch, wenn man es ganzheitlich denkt. Nicht nur mit der SEO-Brille – sondern auch KI-Suche, UX, Conversion, Produktupdates und echte Geschäfts-KPIs.“
Über Ayla Grzegowski
Ayla Grzegowski ist Team Lead Content & SEO bei awork und verantwortet dort alles was SEO und Content angeht. Sie gehört zu den gefragten Stimmen im deutschsprachigen SEO- und Content-Bereich: als Speakerin auf Bühnen wie der Future of Search, Panelist bei OMR Reviews sowie als Interviewpartnerin bei einschlägigen SEO-Podcast u. a. beim Content Performance Podcast. Bei awork baut sie seit 2023 den gesamten organischen Kanal auf – mit klaren Prozessen, starken Insights und einem ganzheitlichen Blick auf SEO-Maintenance.

5 Takeaways für Deine eigene SEO-Maintenance
1. Plane feste Routinen ein: Ohne regelmäßige Reports, monatliche Deep Dives und quartalsweise Priorisierung läuft es nicht. Plane im Alltag Puffer ein, falls spontan etwas brennt.
2. Nicht kleckern, sondern klotzen: Lieber nur eine Seite updaten, aber richtig: Suchintention prüfen, Content überarbeiten, CTAs schärfen, Formate anreichern, interne Links ergänzen – und danach sauber tracken.
3. Priorisiere nach Business-Impact, nicht (nur) nach Rankings: Wichtig sind die Seiten, die eurem Unternehmen Umsatz bringen.
4. Denke SEO immer ganzheitlich: Content, Technik, UX, Conversion und Offpage sind alle Teil eines Ganzen. Eine Seite performt nur dann voll, wenn alle Elemente einzahlen.
5. Baue einen Prozess, den Du langfristig bedienen kannst: Setze auf wenige, passende Tools, automatisiere Reminder und halte Deine Maintenance so schlank, dass Du sie auch in stressigen Wochen zuverlässig durchziehen kannst.

Dein nächster Schritt?
Viele Teams wissen genau, wie wichtig SEO-Maintenance ist. Ihnen fehlt lediglich die Zeit, sie im Alltag selbst konsequent umzusetzen. Genau hier unterstütze ich: Monitoring, Reporting, Content-Updates und technische Checks – als laufende SEO-Betreuung, die eure Kapazitäten entlastet und Rankings langfristig stabil macht.





